Was gibt es Neues?

Wir waren seit August 2015 sehr aktiv mit den Zuwanderern in Pöckstein. Haben miteinander ununterbrochen Deutsch gelernt – ohja, auch ich lerne endlich, wie unsere Sprache funktioniert, indem ich gezwungen bin, mich mit ihren Regeln und Ausnahmen auseinander zu setzen und plausibel zu erklären, wie sie tickt.

Wir haben einige Feste miteinander organisiert, waren eingeladen, haben selber was auf die Beine gestellt.

Mit der Kälte und dem sogenannten Winter beschränkten sich die Außenkontakte unserer Zuwanderer auf ein Minimum.

Wir kurbelten ordentlich, dass einige der Studenten nun ab März zum MORE Studium zugelassen sind. Hörten zu, fühlten mit, halfen bei Amtswegen und Einkäufen. Zwei interessierte syrische Männer nahmen am „Zeichnen am Nachmittag“ teil.

Und wir sprangen immer wieder dann helfend ein, wenn scheinbar nichts mehr ging.

Aktuellster Fall: ein irakischer Ehemann begleitet seine mutige Ehefrau und den 14jährigen Sohn, die es in der Türkei nicht mehr aushalten, auf ihrer langen, gefährlichen Reise in die EU, von Kärnten aus via Smartphone. Hilflos erleben wir mit, dass sie trotz aller auf ihr Smartphone gesandten Hilfssätze wie „Wir wollen in Ö um Asyl ansuchen“ oder „Wir wollen nicht nach D“ oder „Der Ehemann hat bereits die weiße Karte in Ö und wartet in Kärnten auf sie“ beinahe nach Deutschland durchgewunken werden. Durch beherztes Telefonieren via Rotes Kreuz (Danke all den Engel in Kärnten und in OÖ, dass trotz Wochenende Telefonnummern und Infos weitergegeben wurden) konnten wir buchstäblich im letzten Moment verhindern, dass Mutter und Sohn sich in Deutschland wiederfinden. Sie sind nun da, und die Dinge gehen ihre amtlichen Gänge.

Bereits im Herbst begannen wir zu tüfteln, wie wir die Menschen aus dem Warten auf ihren positiven Asylbescheid bzw. das zweite Interview holen könnten. Und erweckten das „Grenzenlose Kochen“ wieder zum Leben. Einmal im Monat laden nun Köchinnen und Köche aus dem arabischen Raum Menschen aus der Region ein, mit ihnen zu kochen, zu plaudern und einander kennen zu lernen. Relativ flott fanden wir in Lutz Vogel und Roswitha Forstner kongeniale Mitorganisierer. Der Februartermin ist schon wieder vollkommen ausgebucht – der nächste Termin im April wird sich möglicherweise der österreichischen Küche widmen – dann laden wir ein!

Inspiriert von einem Ö1 Beitrag über den Verein KAMA trauen wir uns außerdem, uns intensiver mit Sprachen auseinander zu setzen. Die junge Studentin und Mentorin Antonia Daniela Du Plessis Lombard hat dafür die richtigen Weichen gestellt. Das wird den Deutschunterricht beeinflussen. Und wir wollen die arabischen Zuwanderer ermutigen, ihre Ängste zu überwinden, uns ihre bunte und uns so fremde Sprache zuzumuten und weiter zu vermitteln. Interessierte Anfragen gibt es wahrlich schon genug. Achja, damit starten wir am 4. März – gerne leite ich unsere Einladung weiter!

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