Ruhe and more

Meine kanadische Freundin hat mir vor ein paar Tagen ihren handgeschriebenen Brief via messenger gesendet. Ich musste ihn mir der Leserlichkeit wegen ausdrucken. Und erinnere mich nur zu gut an diese Zeit in meiner Jugend, als ich herzklopfend Luftpost aus Australien, England oder Amerika erhielt. Wie schön es doch ist, handgeschriebene Zeilen zu lesen! In diesem Fall sind sie sogar kunstfertig verziert, zwischen den Zeilen schwingt die Liebe. Und obwohl um Wochen verzögert, sehe ich meine Freundin vor mir, höre und spüre sie. Dieser Brief ist ein echtes Geschenk für mich.

Überhaupt nehmen wir jetzt Tempo aus unserem Leben. Es war so unfassbar viel los die letzten Wochen und Monate. Dieser reißende Fluss, von dem wir die letzten zwanzig Jahre träumten und hörten, er riss uns mit. Wir schwimmen mit Begeisterung. Und ruhen uns aus, wenn der Fluss ein bissel langsamer wird. Nötige Pausen zeigen sich auf vielerlei Arten. Unfälle. Es müssen gar nicht die eigenen sein. Meine Stimme, die noch immer nicht so recht zurück kommen will. Terminvergesslichkeiten. Eine leichte Gereiztheit, die über allem liegt. Und viel zu viel Kaffee. Und Müdigkeit. Pausen sind für mich und meine Familie überlebensnotwendig. Ein wenig Abstand tut gut. Zurück finden zum Eigenen. Überprüfen, was stimmt noch. Was stimmt grad nicht so. In Verbindung bleiben. Und dann bewusst weiter gehen. Vermutlich im Jänner wird der Sog eh wieder stärker sein.

Ich bin nach wie vor glücklich, wenn ich hier vor meinen Zwergen sitze, ihnen Körper verleihe, mich mit ihnen unterhalte. Meine Zwerge sind liebenswürdige Gesellen. Wenn sie so nach und nach fertig werden, sich vor mir am Arbeitstisch in fröhlichen, ernsthaften und gewagten Diskussionen zusammen finden, berührt mich das sehr. Die Zwerge, sie wollen mir einen Weg weisen. Und der erschließt sich nun mal beim Gehen. Denkend drehe ich mich im Kreis. Ich habe wirklich keine Ahnung, wohin sie mich führen. Lieblingsspielsachen für Kinder? Vorstellbar. Geheime magische Welten? Vorstellbar. Unsere erwachsene, innerste schöpferische Instanz mit ihrem Anblick berühren und aufwecken? Vorstellbar. Eine andere Instanz in mir verwandelt Alltagssituationen in Zwergenszenen. Und ich tue einfach weiter…

Mittlerweile hatten wir eine zweite Baubesprechung. Eine erweiterte Teamsitzung für das Projekt „Best of the Rest-Zentrale“, die wir vom Der.Raum mit Workshops aktiv begleiten. Haben uns weitere mögliche Arbeits.Räume in Klagenfurt angesehen. Waren mit „Best of the Rest“ bei einer Preisverleihung in Wien. Sind Teilnahmen an Preisverleihungen und Awards sinnvoll? Oder schlucken sie nur Zeit? Helfen sie, Standorte zu bestimmen, Wege zu definieren, Vorgaben zu entwickeln? Wie ist das mit dem natürlichen und dem künstlichen Wachstum, wann entsteht Zwang, wie bleibt es leicht und offen?

Wir haben auf jeden Fall wieder fabelhafte neue Menschen und neue Lokale mit genialen Konzepten kennen gelernt. Und wir sind dabei, uns gegenseitig besser kennen zu lernen. Unsere Stärken. Unsere Schwächen und Herausforderungen. Masken wegzunehmen. Aufrichtig und offen miteinander umzugehen. Und ganz bestimmt nicht konfliktfrei. Wir wachsen an unseren Herausforderungen, so wie die Teams wachsen. Und wir gehen aufeinander zu.

Gestern Abend besuchte ich mit meiner Familie „Märchen unter den Sternen“ mit meiner Freundin Heide Bolt im Klagenfurter Planetarium. Unser Fastsiebenjähriger saß eine Stunde mit offenem Mund unter der Sternenkuppel. Es gibt so geniale Geschichtenerzählerinnen und Erzähler! Auch hier haben wir im Anschluss recht lange über Zwerge geredet. Und wie sie zu den Geschichten passen könnten…

Die kommende Woche wird eine relativ kurze Arbeitswoche. Mit einem Treffen wegen Volontariat und Arbeitspraktika mit Evelin Pircer vom Institut für Arbeitsmigration. Mit einem weiteren Treffen mit Allma Sacher vom Feldkirchner Kunst.Raum bezüglich Näh.Raum und Zusammenarbeit. Am Wochenende steht die Suche nach der Drachenbrücke in Ljubljana am Plan.

Und irgendwo fällt sicher grad die Schöpfung vor Lachen vom Sessel und es kommt vermutlich alles ganz anders 😀

 

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