Wintergrippe und jede Menge Nachträge

Ist ja nicht so, dass wir untätig waren. Wären wir gern gewesen. Und wir hatten schöne ruhige Tage und Momente dazwischen. Mein Canada-Bonus lässt mich zum zweiten Mal an einer Grippe entlang schrammen, ohne auf die Schnauze zu fallen. Ganz anders geht es Alexander. Den hat sie dieses Mal umgehauen. Und er hat jetzt Zwangspause.

Doch chronologisch, was war denn so los…

Drei Tage vor Weihnachten durften wir mit zwanzig Kinder bunte, fröhliche und sehr schöne Zwergenreiche formvollenden. Meine Güte, sind die schön geworden. Nun sind auch jene Kinder am Dampfer, die es vorzogen, sich in die Leseecke zu verzupfen oder am PC zu spielen. Am Ende hätten alle gern bunte Rahmen heim gebracht. Doch keine Sorge, schon heute kommen wir wieder…

 

Schon ganz leicht grippig und verkühlt nahm ich Anfang Jänner die Einladung meiner Freundin Maria Regina Kugler an, die schon viele Jahre filzt und unter anderem gefilzte Puppen herstellt. Da es noch immer schneelos ist, war es einfach, übers Klippitzthörl zu ihr nach Wolfsberg zu fahren. Prompt traf ich am Berg die falsche Entscheidung und lernte die Umgebung von Wolfsberg kennen, bevor ich mit einer halben Stunde Verspätung die warme Stube betrat. Vor zwei Jahren hatte ich hier eine der schönsten Gartenhochzeiten meines Lebens fotografiert. Für mich ist es immer wieder unglaublich, wenn ich die äußeren und inneren Räume von Seelenverwandten betrete. Wohin das Auge schaut – warme Farben, warme Formen, lichtdurchflutete Räume. Und tausend Möglichkeiten, sofort ins Tun zu kommen.

Gesagt, getan. Spätestens jetzt weiß ich, dass echte Pfeifenputzer idealer sind für Körpergestelle als die biegsamen Bastelpfeifenputzer. Dass feine Filznadeln weniger Löcher machen. Dass es Wollqualität und Wollqualität gibt. Immer wieder im Laufe der folgenden Stunden hatte ich so kleine Lichtblicke: wow, ich bin genau richtig hier, darauf habe ich immer gewartet, so wird es weiter gehen. Filzen ist eine Kunstrichtung geworden, still und leise. Wir zwei Frauen nadelten und filzten und tranken köstlichen Tee und unterhielten uns blendend. Dazwischen besuchte und Wolfgang und die ebenfalls im Haus wohnende Schwiegertochter mit Enkelkind. Schön, so eine lebendige Großfamilie mit Kanten und Ecken und viel Platz zum Mensch sein.

Maria Regina erzählte mir wehmütig von einer gemütlichen und offenen Filzgruppe in Oberösterreich, die sie vermisst. Und dann waren die nächsten Schritte eh schon klar: wir gründen eine Praxisgruppe. So lautet fürs Erste der sperrige Arbeitstitel. Sein soll es eine offene Gruppe, in die jeder mit seiner Idee, bitte unbedingt auch mit seinem Wissen um Puppen und Filzen, und mit seinem Werkstück kommt. Und dann setzen wir gemeinsam einen Tag lang Ziele und Ideen um. Logisch, dass unsere Gruppe interkulturell sein soll. Mal sehen, was sich da ergeben will und wird.

Also bitte vormerken: SA 11.2.2017 von 10 bis etwa 16 Uhr, erstes gemeinsames Werkeln hier in Der.Raum.

 

Last but not least zu unseren Freunden von „Best of the Rest“. Während im Hintergrund alle bautechnischen, elektrischen und installationsbedingten Aktivitäten zur Renovierung der freundlichen Zentrale aktiv anlaufen (endlich, jihaaaa), haben wir neue Freunde in Graz besucht.

Kennt ihr dieses geniale Projekt heidenspass mitten in der Grazer Innenstadt? Kennen gelernt haben Elke und ich diese mutmachtenden Menschen, die seit zehn Jahren das Projekt ausmachen, beim Kongress „Ideegration – Integration wirkt!“ in Wien.

Neben einem Shop in der Griesgasse sind im Haus riesige Werkstätten, ein Kreativbüro, Verwaltungsarbeitsplätze und Lagerräume untergebracht. Ein paar Schritte weiter in die Stadt hinein gibts auch eine Küche. Geschäftsführerin Silvia Jölli und die Produktentwicklerin Sandra Weber nahmen sich ausführlich Zeit für unsere Fragen. Und zeigten uns großzügig, was wir gern sehen wollten. Pfoah, die tollen Nähmaschinen, alte, gut laufende massive Teile, Overlock und Gradnäherinnen. Regale voll mit Material und Werkzeug. Laden voll mit kreativen Dingen, die der Verarbeitung harren. Junge Leute, die tun. Und alles sooo fein säuberlich geordnet und übersichtlich! Unglaublich! Ihr habt uns umgehauen mit Allem, was ihr uns gezeigt habt!

Wie immer bei solchen Gruppentreffen purzelten die gestalterischen Ideen für unsere eigenen Möglichkeiten durch den Raum. Ich liebe es, mit anderen Kreativen und Tuern zusammen zu sitzen und zu besprechen und zu planen. Nur so geht es. Am liebsten hätte ich eine Zweigstelle von „heidenspass“ hier bei uns in St. Veit. Herr, lass Geld vom Himmel regnen für Lizenzgebühren, die auch diesen Menschen mit ihren laufenden Kosten weiter helfen würden. Oder lass uns eine Kooperation des Tuns eingehen, irgendeine. Jetzt weiß ich fürs Erste, was wir mit den vielen geschenkten Dekoblättern machen werden, lasst euch überraschen.

 

Irgendwann zwischen den Feiertagen kritzelte ich einen Riesenbogen Packpapier voll mit dem was ist, was werden könnte und wo wir Hilfe brauchen.

Ich bin wirklich gespannt, was 2017 umsetzbar ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare zu „Wintergrippe und jede Menge Nachträge

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