Eulen und Eröffnungen

Walpurgisnacht. Sie wird ungefeiert an mir vorbei gehen. Ich nehme mir statt dessen Zeit für einen Rückblick.

Nidhal und Najla und ich, wir haben uns diese Woche voll ins Zeug gelegt, damit die Upcyclingregale im Moorquell mit neuen Dingen bestückt sind. Erfolgreich. Möbelstoffe wurden zu Elefanten und flotten Taschen vernäht. Wir haben uns endlich auch über Jeanshüllen für Utensilos aus großen Gurkenkonservendosen gewagt. Was nicht alle Nadeln gut hießen. Wir sehr ich hoffe, dass meine Industrienähmaschine bald einsatzfähig ist. Die wird die stabilen SecondHandJeans mit links verarbeiten.

Alexander war im Holz.Raum aktiv und hat wunderschöne flowerboards aus Holz für Frischblumen im Altglas gebaut. Und ein Wandhäuschen, in dem mittels Fotokarte sichtbar wird, welches Mitglied aktuell für unseren Verein  aktiv ist. Dieses Mal sind die kostbaren Stücke auch mit den Namen der Hersteller versehen. Das ist mir sehr wichtig. Wir produzieren Unikate und hinter jedem Unikat steht ein Mensch mit Gefühlen und Erfahrungen. Und vor allem – mitten im Leben.

Die Mutter-Kind-Taschen, die im Stoberdorfer Mehr-oder-weniger-Ausprobier-Raum gemeinsam mit Carina als Prototypen entstanden sind, werden bewundert. Die Eulen kommen natürlich vor allem bei den Jüngsten sehr gut an. Was erwünscht ist. Schon während unserer Produktionswoche wurden wir bestürmt, noch andere Taschen zu nähen. Versprochen! Drache und Elefant scharren schon in den Startlöchern. Und der gewünschte und schon auf Packpapier vorgezeichnete Vogel, der mich ein wenig an die zornigen Billa-Vögel erinnert, sollte auch ganz leicht umsetzbar sein.

Walter ist seit Donnerstag im Lande. Und hat gemeinsam mit Rustam Negativschablonen aus Gips für die persischen Fliesen hergestellt. Parissa war einen Tag dabei, hat geholfen und hingespürt, ob Keramik etwas für sie ist. Wir werden sehen. Rustam lernt sichtlich dazu. Und er ist schnell und zuverlässig. Die Rechnung könnte aufgehen, dass er Multiplikator für das praktische und theoretische Wissen um die Keramikproduktion wird. Zwei Damen des heutigen Eröffnungstages haben eindringlich nach einem Raku-Kurs gefragt. Mit einer Freundin und ihrem Sohn sind das nun vier Interessierte. Von Alexander und mir ganz zu schweigen – dann sind wir sechs Menschen. Es sieht so aus, als müsse Walter bereits im Mai wiederkommen und einen Kurs abhalten. Juhuuuu!

Najla beginnt zu sprechen. Sie versteht sehr viel. Wie so oft ist das Sprechen eine große persönliche Hürde bei dieser für sie so fremden Sprache. Immer wieder wird sie von einem ihrer drei Mädchen besucht, während sie fleißig vor sich hinnäht. Weil sie an der Nähmaschine noch zu unerfahren ist, näht sie derzeit mit der Hand. Sie ist eine der Frauen, die ich in einen Anfängerkurs bitten werde. Mal sehen, wie sich das ausgeht.

Ich bin gespannt, ob ich morgen von unseren syrischen Freunden in Villach erfahre, wie wir an afghanische Teppichknüpfwerkzeuge kommen. Das betrifft vor allem Najla. Wie sehr ich hoffe, dass wir dieser jungen Frau hier mit ihrem Tun eine stabile Brücke in die europäische Arbeitswelt schaffen können! Wir stellen uns ganz naiv vor, dass wenigstens Teppiche repariert werden müssen. Da bleiben wir dran. Und klappern in den nächsten Wochen entsprechende Unternehmen ab. So hätte die ganze Familie ein Zukunft!

Nidhal bringt sich nicht nur nähend voll ein. Sie hat sehr gute eigene Ideen und durchforstet außerdem das arabische Netz auf machbare Upcyclingstücke. Sehr spannend. Alexander sucht vorzugsweise nach Ideen im englischsprachigen Raum und findet ganz andere Stücke als ich. Wir sind schon ein vielfältiges Team.

Nächste Woche wird es in Klagenfurt ernst, endlich. Die Zentrale von Best of the Rest bekommt im Rahmen eines Projektes den Grob- und Feinschliff vor der Eröffnung verpasst. Meine Rolle wird eher die einer Hilfskraft sein, Alexander und Bernhard leiten die Renovierung mit interessierten Menschen an. Wir sind sehr gespannt, was sich daraus an neuen Wegen für alle ergibt. Sicher werden Nidhal und Najla und vermutlich auch Parissa nähend gebraucht. Die Sitzmöglichkeiten in der Zentrale sollen gemütliche Sitzpölster bekommen.

Versprochen, ich halte euch auf dem laufenden!

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