Ende und Anfang

Monatsende. Ein wunderbarer Sommer geht spürbar über in eine kühlere Phase. Die Hitze sticht nicht mehr so arg. Baden gehen ist immer noch möglich, die Kärntner Seen sind angenehm kühl. Erste Verkühlungen glühen unsere Körper für die kalte Jahreszeit vor.

Südengland war traumhaft schön. Ich kann noch immer nicht beschreiben, was mich an den Menschen in der angelsächsischen Kultur so berührt und anzieht. Das Meer ist sowieso meine Heimat. Egal wo auf diesem Planeten. Es kommt so viel zusammen, in England, in Canada. Darüber blogge ich demnächst. Mit Fotos.

Seit Mitte Juli ändert sich mein Leben. Die Flüchtlingskrise aus dem Jahr 2015 ist nach meinem Gespür beendet. Es ist so etwas wie Alltag und Routine eingekehrt. Unsere syrischen Freunde, die ihre positiven Bescheide bekommen haben und eine lange Weile mit uns gingen, sind keine Flüchtlinge mehr. Wir sehen sie hier in Österreich in ihre neuen Leben gehen. Wir bleiben auf einer Ebene verbunden, die manchmal Worte und Wiedersehen brauchen. Und manchmal nur dieses Hinspüren, wie es dem anderen geht. Da war so viel Nähe und Emotion, so viel Leben und Notwendigkeit des Handelns. Wir alle sind über unsere Schatten gesprungen. Unsere waren vergleichsweise kleinwinzig. Diese Zeit hat Seelenverbindungen gestärkt, die vor zwei Jahren undenkbar waren. Unser Erfahrungshorizont hat sich vervielfacht. Einige aus dem Irak oder Afghanistan warten immer noch auf das zweite Interview. Andere auf das dritte, nachdem sie Einspruch gegen ihren negativen Bescheid erhoben haben. Und manche sind zurückgekehrt. Wir lesen auf facebook voneinander. Wie sehr ich hoffe, dass es euch gut geht…

Seit wir da sind treffen wir Entscheidungen, eine nach der anderen. Wir haben ein bisschen umgebaut, um meinen Nähraum wieder für mehrere Menschen nutzbar zu machen. Dabei ist ein unerwarteter, gemütlicher Sitzbereich in unserer Laube entstanden. Meine Werkstatt im Moorquell habe ich nach langem Hin und Her mit dem heutigen Tag aufgelöst. Nidhal näht weiter, ihre schönen Taschen sind weiterhin im Moorquell zu bewundern und zu kaufen. Wir ziehen uns mit dem Verein zurück, unsere Aufgabe ist spürbar erledigt. Wir fokussieren uns ab Herbst wieder auf die Räume, die „Der.Raum“ ausmachen. Das ist hier im Haus und im Garten in Stoberdorf. Ihr werdet uns projektweise in Klagenfurt antreffen. Oder wohin immer wir gerufen werden, um unsere Art des Upcyclings  in die Welt hinaus zu tragen…

England hat den letzten Zweifel an der Sinnhaft- oder Sinnlosigkeit von bemalten Möbeln und Türen und Wänden beseitigt. Hier wird alles hell und freundlich gestrichen. So wie ich mir das immer schon gewünscht habe. Ach ja, und die Haustüre hat jetzt Fenstereinsätze und lässt Licht ins Dunkel.

Mich drängt es danach, ganz spezielle Puppenfiguren zu nähen und zu bekleiden. Bunte Taschen aus all den herrlichen Stoffmustern entstehen bereits. Sami brauchte dringend einen Rucksack, der sein Badezeug UND Bücher UND Zeichensachen aufnimmt – seine Babyrucksäcke sind zu klein geworden. Also – wurde einer aus Vorhängen und den alten Rucksäcken und Bettwäsche genäht. Upcycling as usual. Das Filzen spielt nach wie vor eine wichtige Rolle. Das Fotografieren verändert sich, wird wieder drängender. Schreiben will ich sowieso – das ist meine Art, mich zu organisieren und auch, um in Verbindung mit euch da draußen zu bleiben. Ein sehr erfreulicher Frauenkreis ist mit Ingeborg entstanden, in dem sich alles um unser Frausein und Body Positivity dreht.

Alexander ist unter die Schildermaler gegangen. So wie mich die englischen Kunstpuppen inspiriert haben, so haben ihn die kunstvoll gestalteten Tafeln mit Kreidegrafik gefesselt. Einige wenige von euch sind schon im Besitz dieser kunsthandwerklichen Kostbarkeiten der Anfangsphase. Ich bin sehr gespannt, wie das alles bei ihm weiter geht.

Ob wir wieder Kurse anbieten werden? Ja natürlich, ganz bestimmt. Ich arbeite sehr gern gemeinsam mit anderen Menschen an einer Sache, die mich beschäftigt und reizt. Bevorzugt mit Menschen aus allen Kulturen, das ist einfach mein Ding. Genauso gern tüftle ich alleine vor mich hin. Die Abwechslung macht bei mir die Lebendigkeit im Tun, schürt meine Kreativität und schärft meine Sinne. Die Puppen- und Filzgruppe geht sowieso weiter. Wer Lust hat zu nähen, der melde sich doch bitte einfach. Derzeit planen wir nichts, weil sich ein Baby ankündigt und bereits ordentlich Aufmerksamkeit verlangt. Mitte Oktober werden wieder regelmäßige Ausschreibungen stattfinden.

 

 

 

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