Konstituierend und fotografierend

Ach ihr Lieben, es ist ganz schön viel los derzeit. Vorbei sind die Tage des gemütlichen Werkstatthockens und Nähens und Tüftelns. Wenn ich ehrlich bin, bin ich genau so gemacht. Eine Weile fasziniert mich eine Sache voll, dann lässt das Herzklopfen nach. Und die nächste schöne Sache lugt schon ums Eck. Und was das Geniale ist, was sich wie Inselhopping anhört hat einen erstaunlich durchgängigen roten Faden, der sich Leben nennt. Das eine führt zum anderen…

Heute haben wir es endlich geschafft, dass unser Verein vorstandspostenmäßig personell besetzt ist. Es ging eh wie geschmiert. Aber – wir brauchen für sowas zehn Monate. Stefanie mit ihrer strukturierten und klaren Art wird mich bei der Buchhaltung unterstützen und ein Auge auf die Geldflüsse haben, sofern sie stattfinden. Und Maria hat ihr erstes Protokoll als erste Schriftführerin des Vereins abgeliefert. Alexander ist zwei Jahre der Obmann im Raum. Ich bleibe die, die zuarbeitet und im Hinter- und Vordergrund das tut, was zu tun ist. Ebenfalls im Hintergrund werkt Aischa als Administratorin von Wien aus. Es wird Zeit, die viele Arbeit an der Basis ein bisschen aufzuteilen.

So ein Treffen hat etwas mit unserem Herbst zu tun. Zeit für die Ernte. Für den Bericht auf der Agenda habe ich heute unvollständig zusammengefasst, was in den letzten zehn Monaten alles geschehen ist. Und das ist eigentlich ein Grund zu feiern.  Und ich stelle fest, dass wir das sträflich vernachlässigen und nachholen werden.

Laut Protokoll haben wir eine sehr erfolgreiche Kooperation mit unseren Freunden von Best of the Rest praktisch durchgeführt und bis auf ein paar Handgriffe abgeschlossen. Einige Monate intensivster körperlicher und geistiger Arbeit mit Profis und  in Form von Workshops mit ÖsterreicherInnen und zugewanderten Menschen machten aus einem abgenutzten Gewölberaum eine wunderschöne, helle Zentrale mitten in Klagenfurt. Wir sind sehr zufrieden. Diese Zentrale ist unser Vorzeigeprojekt. Der Planetary Award 2017 für diese Kooperation mit Best of the Rest vom Institut für Zukunftskompetenzen war der Zuckerguss über dieses Tun.

Auch wenn die Arbeit im Flüchtlingsquartier Moorquell beim Längsee für uns beendet ist, haben wir viel Zeit und Liebe in das Anleiten und die Deutscheinheiten beim Tun mit den Menschen dort gesteckt. Ein Upcycling Store ist gemeinsam mit den Verantwortlichen des Hauses entstanden. Die Näherin Nidhal Massud ist immer noch fleißig am Tun. Walter aus Wien hat Rustam ehrenamtlich in der Technik des Raku unterrichtet, dieser kann mittlerweile Keramik herstellen.

Ganz neu ist unsere Mitgliedschaft im Verein Plattform für Zivilgesellschaft, eine kräftige Stimme und wachsende Plattform und Anlaufstelle für zivilgesellschaftliche Initiativen in Kärnten. Mit dem Open Source Projekt Foto.Raum kooperieren wir mit anderen Netzwerken und gemeinnützigen Initiativen in Österreich, Deutschland, Luxemburg und einer Initiative in Canada. Das klingt großartiger als es ist. Eine sehr liebe Freundin ist dort aktiv und nutzt unsere Fotos und schenkt eigene Fotos auf die Plattform. Weitere Kooperationen sind gerade am Entstehen. Mein Herz hüpft vor Freude, wenn ich nur daran denke!

Nachdem meine Kamera, mein wichtigstes Werkzeug, ihren Geist aufgegeben hat, hilft mir ein Freund mit seiner ProfiCanon EOS 5D aus, bis wir uns eine neue leisten können. Pfoah. Wenn ich bis jetzt nicht an Synchronizität und sich öffnende Türen geglaubt hätte, jetzt wäre ich überzeugt. Natürlich macht dieses Gerät qualitativ hundertmal bessere Fotos als meine zehn Jahre alte und schon reichlich ramponierte und außen mehrfach geklebte Kamera. Es ist das reine Vergnügen für mich. Überhaupt dreht sich derzeit fast alles ums Fotografieren und um mögliche Aspekte des Malens und Zeichnens, die sich förmlich von selbst dazu einladen. Doch wir filzen auch in der Gruppe, der nächste Puppenkurs ist ausgeschrieben. Auch die Fotogruppe trifft sich wieder. Ich schreibe täglich meine Morgenseiten, gehe viel seltener spazieren, als es mir gut täte. Dafür spiele ich ausgiebig und viel und bewege mich unbemerkt mit dem Leihgerät. Der Weg der Künstlerin von Julia Cameron eben. Wenn ich nicht selbst jedes Mal so begeistert wäre von den Auswirkungen dieser klaren Struktur, die sie für 12 Wochen entwickelt hat, dann bräuchte ich euch ja nicht dazu einladen.

So. Photoshop und die nächste Mitternachtssession wartet, das nächste Tutorial zum Freistellen von Motiven. Ich lerne langsam. Aber ich lerne.

 

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: