Lebenslanges Lernen und Freiwillige

Heute saß ich über zwei Puppen, um mein praktisches Wissen weiter zu vertiefen. Und ich ließ meine Provolontariatsausbildung hier in Villach in Kärnten Revue passieren, die ich das letzte halbe Jahr besucht hatte. Was für ein Glück, dass die Einladung zu dieser Ausbildung an unsere Plattform für Zivilgesellschaft gesandt wurde! Dort machte mich ein Freund darauf aufmerksam, dass das perfekt zu uns und unseren Bedürfnissen passen könnte. Mich einmal im Monat einen Freitag Nachmittag und einen Samstag in theoretische Inhalte zu vertiefen, das tat mir richtig gut. Die Gruppe war – wie kann es anders sein – genau richtig. Die Referentinnen sprachen aus ihrer ganz persönlichen Erfahrung mit Freiwilligen und ihr feedback und die vielen praktischen Übungen halfen mir und meinem chaotischen Tun immens weiter. Irgendwie weckten die Einheiten wieder mein Feuer, unseren Verein zu beleben. Diese geniale Ausbildung startet übrigens nächstes Wochenende noch einmal, ist kostenfrei und alles andere als umsonst. Es gibt meines Wissens nach noch Restplätze. Gerne vermittle ich euch den Kontakt.

Ich bin sicher, dass es mit genau dieser Ausbildung zu tun hat, dass ich mich endlich traue, mein Puppenprojekt zu formulieren und auch einzureichen, wenn ich danach gefragt werde. Freiwilligenarbeit ist nicht selbstverständlich. Das war mir immer schon bewusst. Ohne Freiwillige gäbe es keine Zivilgesellschaft, die rasch und unbürokratisch da ist, wenn sie gebraucht wird. Jetzt schätze ich sie noch höher als vorher. Die letzten drei Jahre haben wir ununterbrochen mit Freiwilligen gearbeitet. Und selber alles in unsere Gemeinwohlarbeit hineingegeben, was an Zeit und Ideen und Materiellem da war. Unsere Freiwilligen kamen direkt aus der Region und von überall her auf diesem Planeten. Sie nähten, tischlerten, malten, fotografierten, filzten, jonglierten mit Keramik, zeichneten, lernten ein paar oder viele Brocken unbekannter Sprache, tauschten sich untereinander aus, spielten Theater, sangen, kochten und tanzten. Immer waren es – Freiwillige. Auch in unserer Vereinsstruktur. Was wären wir ohne euch…

Nach diesen Monaten ist mir ziemlich klar, welche Schritte wir setzen werden, damit unser kleiner, feiner Verein wächst und für unsere Gesellschaft aktiv wird. Wir haben vor lauter Tun vollkommen vergessen, auch in der Öffentlichkeit darüber zu sprechen, dass wir Freiwillige suchen, die mit uns mitgehen. Und dass wir Freiwilligen aufgrund der letzten drei Jahre zwar kein Geld, dafür eine Menge handwerklicher Fähigkeiten, theoretisches Wissen und kreative tools anbieten können, um ihr Leben zu bereichern. Wir sind sowas von gespannt darauf, welches Potenzial ihr in unseren Kreis mitbringt, von dem wir wieder lernen können. Damit Neues entsteht. Damit soziale Netze sich vergrößern. Und last but not least, damit traditionelles Handwerk in ganz neuem Gewand daher kommen kann. Verbunden mit dem von uns so geliebten Upcycling und mit neuen, zeitgemäßen Designs.

Für Mai 2018 planen wir eine Form des Nähmaschinenführerscheins in Klagenfurt, damit auch Anfänger und mäßig Fortgeschrittene lernen, mit einer Näh-Maschine umzugehen. Zwei sehr konkrete Projekte warten dahinter, bei denen wir alle uns zur Verfügung gestellten Stoffmuster der Klagenfurter Firma Slama verarbeiten werden. Die nächsten Jahre werden intensive Nähjahre sein.

Können wir dich für das Puppenherstellungsprojekt begeistern? Du kannst nähen, stricken, filzen und sticken und magst dieses Wissen weiter geben? Du hast vielleicht selbst schon eine Figur, ein Zwerglein oder sonst ein Püppchen hergestellt und ihr eine Umgebung geschaffen und keiner außerhalb deiner Familie weiß davon? Oder du bist kompletter Anfänger und möchtest das gerne lernen? Das Puppenprojekt findet derzeit in unserem Näh.Raum in Stoberdorf bei Althofen statt.

Material ist in Hülle und Füller vorhanden. Unsere zwei Vereinsnähmaschinen sind intakt und können von euch vor Ort benutzt werden. Ich sitze fast täglich in der Werkstatt und nähe und filze und entwickle vor mich hin.

Im Oktober besuche ich die nächste Ausbildung, die sich CEF nennt. Auch sie ist kostenfrei. Das kommt meiner Liebe zum Lernen von- und miteinander, die wir hier täglich praktizieren, noch ein kleines bisschen näher. Auch hier besteht die Möglichkeit, sich anzumelden. Ich habe das am Wochenende erledigt und bin unendlich dankbar, wieder dabei zu sein.

2 Kommentare zu „Lebenslanges Lernen und Freiwillige

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