Frauen und Raum

Seit letztem August treffen wir uns. Regelmäßig. Ziemlich genau einmal im Monat. Wir tanzen, reden, hören zu, sprechen, planen, tun miteinander, was immer grad ansteht, lebendig ist, sich in den unterschiedlichen Frauen-Leben bewegt. Sitzen im Kreis. Trinken Tee. Sind einfach da. Frauen. Ganz junge Frauen genauso wie Mütter und Großmütter. Nicht immer erschließt sich mir der Sinn der Treffen sofort. Und manchmal ist der Abend wie eine soziale Hängematte, in die ich mich fallen lassen kann, wenn ich mal absolut nichts zu sagen habe. Den anderen zuhöre. Antworten auf Fragen bekomme, die ich schon wieder vergessen habe. Oder die ich mir vielleicht so noch gar nicht gestellt habe. Die Magie der Gruppe. Sie wirkt immer.

Gestern waren wir miteinander spazieren. Ich kenne diesen Ort seit etwa zwanzig Jahren. In den natürlichen Höhlen des Platzes kam ich in Kontakt mit indianischen Traditionen, Gebeten, Gesängen. Schlug langsam und sicher den Weg zu mir selber ein, weil ich gerade durch eine tiefe Lebenskrise ging. Genoss die Natur, wenn wir zu den monatlichen Treffen stapften. Wir erlebten, wie der Wald und seine tierischen und pflanzlichen Bewohner vom Sommer in den Winter überging, vom Winter in den Frühling und dann wieder in den Sommer. Wie der Herbst ihn veränderte. Ein Kreislauf. Das gab meinem Leben eine ganz natürliche Struktur, Halt, bereicherte es auf einer tiefen inneren Ebene.

Gestern empfing dieser Wald meiner Vergangenheit uns mit leuchtenden, grünen Farben, frisch sprudelndem Wasser und unglaublich vielen neu aus der Erde gedrehten Maiglöckchen und zahllosen Wildkräutern, die mir teilweise nicht bekannt sind. Sanft und wohltuend. Weicher Waldboden. Angenehme Temperaturen. Gutes Zuhören. Aufrichtige Gespräche. Gott sei Dank folgte ich meiner Eingebung und hatte die Kamera mit. So kann ich euch ein bisschen mitnehmen auf diesem Spaziergang durch den Buchenwald.

Heute morgen kam mir eine Idee für Fotos von Frauen, die ich umsetzen möchte. Sie reift schon den ganzen Tag in mir. Das nehme ich also mit nach der üblichen einen Nacht, die ich über dem Erlebtem schlafen muss. So bin ich gemacht. Und Dankbarkeit. Ich empfinde Dankbarkeit für unzählige Frauenkreise, die sich überall aus sich heraus entwickeln. Die uns erfahren lassen, wie vielfältig Frau ist. Wie sehr wir einander ergänzen. Wie sehr es bestärkt, das zu spüren. Keine Konkurrentinnen, kein Lehrverhältnis, kein Besserwissen. Sondern Gefährtin, Freundin, Zuhörerin zu sein. Das Frausein sich ausdrücken lassen in einem geschützten Rahmen. Und gestärkt in den Alltag zurück zu kehren.

Danke ihr wunderbaren Seelenschwestern.

 

4 Kommentare zu „Frauen und Raum

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  1. Wunderbar, meine liebe Lisa. Wie gerne wäre ich bei euch gewesen. Und dann wieder einmal die traumhaft schönen Fotos. Sei inniglich umarmt Rosemarie

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  2. Liebe Lisa, deine Worte haben mich so sehr berührt. Um genau was du beschreibst, geht es mir, ging es mir immer. Uns gegenseitig zu beschenken als Frauen, ob jung, ob älter, jede von uns trägt die Weisheit in sich und durch die Treffen wird diese Weisheit gelebt. Danke dir für das Aussprechen!

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