Cats and Dolls

Manche Tage sind schon besonders. Als ich heute Morgen schweren Kopfes aufwache, wohl wissend, ich muss die Mitschrift der letzten zwei Tage reinschreiben, damit irgendwas von all der Projekt- und Zeitmanagementtheorie verfügbar bleibt, hocke ich mich sofort vor den PC. Der Morgen graut gerade. Und danach – gebe ich mir frei. Kein Projekt heute, ein Tag ohne PC, mehr oder weniger. Das muss nach all dem tagelangen Aufsetzen und Schreiben von einem (!) Projektantrag drinnen sein.

Gesagt, getan. Prof. Dr. Gerald Hüther rät uns, die Puppen vor allem mit und für Kinder herzustellen. Und er meint damit Puppentheater. Solche Ideen, auf dich ich selber nie kommen würde, greife ich sofort auf. Und bevor wir uns beim Fest der Freude in Klagenfurt mit vielen Kindern darüber hermachen, übe ich ein bisschen im Vorfeld. Sami ist begeistert. Innerhalb von zehn Minuten steht ein supergeniales Drehbuch, gemindmappt und geclustert auf meinem Schmierzettel. Opa Alexander fabuliert heiter mit, wir haben eine Riesengaude. Die Geschichte ist mit so viel tagesaktuellem und politischem Bezug, dass mir zwischendurch die Spucke weg bleibt. Unsere Kinder bekommen viel mehr mit, als wir denken. Nur so viel: ein König und seine Königin und ein Reich voller guter und böser Katzen. Ganz sicher wird es Updates hier geben.

Apropos Katzen. Dieses Thema beschäftigt uns seit heute Mittag. Da wuselt ein aufgeregter Achtjähriger daher, eine Katze im Schlepptau. Aber nicht irgendeine Katze. Eine echte Grumpy Cat. Vorbiss. Lange Haare. Hellgrüne Augen. Perserin oder Angora, ich kenn mich da nicht so gut aus. Was aber das Wildeste ist: sie ist bis auf Kopf und Schweif komplett geschoren. Voller Zecken. Jammernd und wehklagend. Sieht mehr wie ein Pudel aus mit ihren bis zu den Pfoten rasierten und dann als Patscherl übrig gelassenen Haaren. So wie sich diese Katze an uns ranschmeißt ist mir relativ schnell klar, dass das eine ausgesetzte Katze ist. Vielleicht hängt es mit dem schwarzen Jeep zusammen, den ich um sieben Uhr herumfahren sah. Vielleicht auch nicht. Irgendwann sagt Sami, beim verlassenen Nachbarhaus im Stroh sei auch Futter. Futter?! Ja, ein Sack stehe da herum. Er saust rüber, kommt mit einem ganzen und einem fast leeren Sack Whiskas daher. Und einer Colaflasche voll Wasser. Am Ende stellt sich heraus, dass auch zwei Schüsseln dabei stehen. Irgendjemand hat sich wenigstens Mühe gemacht, dass das Tier ein paar Tage überlebt.

Während Sami und ich nadelfilzen und die ersten Marionettenkörper testweise und teilweise herstellen – hach, der junge Mann ist unverletzt – begutachtet Klein-Leonie (so muss sie heißen, Sami hat gewählt) das Gelände. Unsere Altkatze ist beleidigt. Nach dem Tod ihres Bruders war sie ein halbes Jahr die Solokatze hier am Hof. Nun kann sie sich wieder mit einer jungen, frechen und in allen Tonlagen knurrenden und jammernden Göre herumärgern. Sie taucht den restlichen Tag nicht mehr auf.

Mal sehen, ob Leonie bleiben darf oder ob sie wer sucht oder sie zu sehr ins Revier der Seniorkatze eindringt. Das werden die nächsten Tage zeigen. Im übrigen: das Wochenthema für unsere Foto-Challenge #derraum365 ist, tadaaaa, #cat 😀

 

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