Gänse-im-Haut

Gestern in der FH Kärnten/Spittal. „Unsere“ jungen StudentInnen, ihre DozentInnen und BegleiterInnen präsentieren zum ersten Mal im kleinen Kreis ihre theoretischen und praktischen Überlegungen für die Nutzung des Geländes und der alten Gebäude um die Kegelbahn mitten in Waidmannsdorf. Schon beim Hereinkommen werden wir freudestrahlend begrüßt. Sie sind uns in kurzer Zeit so ans Herz gewachsen, diese jungen, innovativen, kreativen Seelen und ihre Begleiter. Ganz professionell haben sie für die Präsentation Getränke und Kekse bereit gestellt. Wir werden in den Prozess begleitet.

Ich freue mich schon wie verrückt, wenn die Architekten am 22. Juni zu uns auf die Baustelle nach Klagenfurt kommen, um ihre Ideen im nächsten Schritt in einem etwas größeren Rahmen zu präsentieren. So coole architektonische Modelle mit abnehmbarem Dach. Ganz neue Perspektiven auf unsere logischerweise eingeschränkte Wahrnehmung. Viele neue praktische Fragen stehen im Raum. Von uns kommen noch klarer definierte Vorgaben, wie der Arbeitsablauf sein sollte. Wie leicht es doch ist, kommunizierend haarscharf aneinander vorbei zu reden! Und wie gut es ist, weiter zu kommunizieren, genauer hinzuschauen, genauer zu definieren, worum es geht. Zu korrigieren, wo eine Abzweigung anders verstanden wurde. Verstärkt eigene Bedürfnisse ins Modell zu packen, die erst durch das Realisieren in 2-D und 3-D sichtbar werden. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann war eine chinesische Studentin Teil des Teams, die perfekte sketches abliefert, um Ideen zu Papier zu bringen. Diese mit leichter Hand hingeworfenen Zeichnungen machen es easy für mich, gedanklich durch die Räume zu spazieren, im Sprach-Café zu sitzen. Mit Kindern Puppentheater zu entwickeln. Gemeinsam zu kochen. Oder in der Upcyclingwerkstatt an einer Picknickdecke zu arbeiten.

Neue Dimensionen kommen dazu. Viele neue Dimensionen. Eine „Kommunale Intelligenz“, die Prof. Dr. Gerald Hüther so genial beschreibt. Daniel, ein ungarischer Architekturstudent, hat eine Arbeit genau zu diesem Thema geschrieben, die sich mit Architektur beschäftigt. Zufall? Ja klar, Big Magic! Ferdinand spricht über das urban gardening und ich könnte heulen vor Freude, weil die Idee noch spürbar ist. Flora und Fauna in der Stadt, anders könnte ich Stadt nicht ertragen. Die Fahrräder sind immer noch präsent. Zufall, dass ich vor ein paar Wochen darüber via e-mail im Team kommuniziert hatte. Der Aufmerksamkeit von Simon ist es zu verdanken, dass er mit las und das weiter kommunizierte. Adnane, der marokkanische Student mit gypsysoul, steckt mich an mit seiner Begeisterung, wie man (Auslandssemester)Studenten in das Projekt integrieren könnte. Sehr persönliche Gespräche ergeben sich mit vielen anderen Menschen. Stefan und seine Überlegungen zur Demokratie sind eine Bereicherung. Und noch einige andere Dinge, die ich mir Gott sei Dank aufgeschrieben habe. Sie werden nun in unsere Projektbeschreibungen eingearbeitet und in der weiteren Kommunikation vertieft.

So fühlt es sich also an, wenn der Fluss anfängt, mehr Wasser zu führen. Er wird breiter. Bunter. Zwischendurch gibts mal eine ordentliche Dusche. Das erfrischt und klärt, bei allem Schreck. Das Bunte sind die Menschen, die mit uns im Fluss schwimmen. Die rundherum auf Hindernisse zeigen. Möglichkeiten und Lösungen sehen. Mir fällt die indianische Prophezeiung wieder ein, die mich vor zwanzig Jahren schon beeindruckt hat. Die Zeit der einsamen Wölfe ist vorbei. Schau dich um und sieh jene, die mit dir im Flusse treiben… Und nein, es wird dadurch nicht automatisch leichter. Und ja, wir schaffen die nötigen Veränderungen nur gemeinsam. Jeder Konflikt, jede Äußerung ist es wert, gehört und gespürt und durchlebt zu werden. Meine ganz persönliche Herausforderung. Und nicht nur meine. Es stärkt uns, miteinander zu diskutieren, zu streiten, zu tun. Ich habe erst jetzt in meinem Leben mehr Werkzeuge dazu, das zu leben. Mich zugleich mit allen meinen Potentialen voll einzubringen und als Teil dieser Menschengemeinschaft wahrzunehmen, mit meiner Wahrheit, die immer ein Teil der gesamten Wahrheit ist. Ich bin sehr berührt von der Energie des gestrigen Nachmittags, von den vielen anderen Wahrheiten. Habe wellenartig Herzklopfen und „Gänse-im-Haut“, wie es ein Freund bezeichnet, der sich mit unserer Sprache abmüht.

Liebe Leute, save the date! 22. Juni! Wir weisen hier und auf social media ganz bestimmt noch einmal darauf hin. Heute entstauben wir weiter die Baustelle, grundieren die Wände, tun, machen, was zu tun ist. Wir sind bis etwa 18 Uhr dort und freuen uns auf euren Besuch!

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