Stadtteil und Begegnungen

Es gibt besondere Tage. Alles geht reibungslos, ein Zahnrad greift geschmeidig in das nächste und hält das Werkel am Laufen. Ob es der freundliche Mann am Finanzamt ist oder die Unternehmerin, die unser Auto voll packt mit wunderbaren ablaufenden Musterstoffen und ihre Freude ausdrückt, dass sie noch Verwendung finden. Der Duft kommender Projekte, möglicher neuer beruflicher Tätigkeiten und das Zusammensein mit inspirierenden Menschen. Der vollkommen neidfreie Fahrradhändler, der sich auf eine Zusammenarbeit mit unserem geplanten RepairCafé freut, weil die Leute wieder mehr Interesse an Fahrrädern entwickeln, wenn sie selbst bei kleinen Reparaturen angeleitet werden. Kinder, die sich fremd sind und nach einer halben Stunde  miteinander spielen. Eine Teamsitzung, die produktiv und klärend und türöffnend ist und der Besuch fremder Menschen, die in unsere Ideen eintauchen. Das Entdecken eines wunderschönen Raumes in unserem Projekt, den ich bis jetzt noch gar nicht besichtigt habe, unglaublich. An solchen Tagen tanke ich Kraft. Und Zuversicht. Ich fühle mich vom Leben getragen, auch wenn ich mir all der zwischenmenschlichen Widrigkeiten und Herausforderungen und sozialen und menschlichen Ungerechtigkeiten, die zur Zeit geschehen, bewusst bin.

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Vier Führungen durch die wundervolle Architektur-Ausstellung für einen lost space im Klagenfurter Stadtteil Waidmannsdorf liegen hinter uns. Trotz Urlaubszeit sind viele Menschen vor Ort. Kann ich bei zwei Führungen miterleben, wie der Funke überspringt, wie Möglichkeiten entstehen, die vorher nicht da waren. Und ja, wir werden im September noch ein oder zwei Führungen machen, weil die Nachfrage da ist. Private Führungen sind ebenfalls möglich, bitte kontaktiert uns einfach.

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Ich schaue heute auf ungezählte ehrenamtliche Stunden mit ganz normalen Menschen zurück, die seit Oktober 2017 mit uns unterwegs sind. So viel gemeinsames Anpacken, um den Schutt und Altlasten loszuwerden. Das Herrichten der alten, ungenutzten Räume für die Ausstellung der StudentInnen, denkintensive und das eigene Denken erweiternde Treffen mit Studierenden und DozentInnen des sozialen Bauens. Der Prozess des ersten öffentlichen Auftritts unserer Idee mit einem Fest der Begegnung mit Ausstellung, Tanzperformance, Medienpräsenz und vielen Gesprächen, das vom Land Kärnten gefördert und mit Hilfe so vieler Menschen in atemberaubend kurzer Zeit auf die Beine gestellt wurde. All die Publikationen und Nachgespräche und Kooperationstreffen, das gemeinsame Weiterdenken formen ein Team. Die prozesstypischen internen Stürme schulen unser Umgehen mit Konflikten. Wir leben in Zeiten, wo sich von heute auf morgen alles verändert. Und übermorgen ist es noch einmal anders. Und immer wieder heißt es: Neubeginn, Neuausrichtung, Neustart. Damit umzugehen fordert unsere Kreativität, unseren Glauben an die Liebe und an die Menschen und beansprucht ganz banal auch unsere Energie und Kraft als Menschen.

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Immer wieder werden wir gefragt, warum wir so viel Zeit in unser Projekt „Why Not“ investieren. Wir haben uns das diesen Sommer auch gefragt. Und mit ein bisschen Abstand festgestellt: Weil wir daran glauben, dass wir mit einem Begegnungszentrum Wertvolles zur Stadtteilentwicklung unserer Landeshauptstadt beitragen können. Weil wir daran glauben, dass es irgendwann keine Rolle mehr spielt, woher jemand kommt, wenn er dazu beiträgt, dass eine Stadt lebendig und l(i)ebenswert wird. Weil wir an die Visionen junger Menschen glauben, die diese Stadt nach uns bewohnen werden. Weil wir an die Macht der in allen Menschen schlummernden Kreativität und Begeisterung glauben und dieses Verbindende mit Workshops sichtbar machen. Weil ich persönlich lerne, mit den Grenzen meiner Energie für mich noch liebevoller umzugehen. Das ist mein Thema und vermutlich das Thema vieler Menschen, die in diesem Bereich tätig sind.

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Wir arbeiten und leben füreinander und miteinander. Die Zeit der einsamen Wölfe ist vorbei. Was weder bedeutet, ganz allein voraus zu jagen und alle aus den Augen zu verlieren, die bei diesem aberwitzigen Tempo nicht mitkommen. Noch erscheint es mir sinnvoll, die Füße hochzulegen, Popcorn zu futtern und zynisch und ironisch von der Fernsehcouch aus oder in sozialen Medien zu kommentieren, was alles besser laufen könnte.

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Für die ehemalige Journalistin und Pressefotografin in mir, die sich eine Weile hinter Fragen und ihrer Kamera versteckt und sehr viel vom menschlichen Miteinander in allen gesellschaftlichen Schichten erlebt hat bedeutet es, jetzt selbst mit anzupacken, mit zu denken, Fehler zu machen, daraus zu lernen, einander als Menschen kennen zu lernen und zu erkennen, dass wir einander brauchen, um uns zu entwickeln. Und nein, kein geschlossenes, abgehobenes System. Sondern ein Prozess, der Menschen inklusive mir beteiligt und einlädt und auch wieder gehen lässt, wenn die Zeit gekommen ist. Dieses liebevolle und zulassende Loslassenkönnen von Menschen und meiner eigenen Ideen ist für mich manchmal schwer, wenn ich dafür brenne.

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Du hast Lust, dich ehrenamtlich einzubringen?

Unser Team freut sich über UnterstützerInnen, dein Wissen, deine Fähigkeit trägt garantiert dazu bei, dass wir gut voran kommen.

  • Du bist an einem Punkt in deinem Leben angekommen, wo eine Neuorientierung statt findet und suchst eine Aufgabe?
  • Du bist jugendlich und suchst vorübergehend eine Aufgabe, einen Weg in deinem Leben?
  • Du bist an der Entwicklung unserer Gesellschaft interessiert, möchtest Kompetenzen erwerben und neue Menschen kennen lernen?
  • Du bist StudentIn an den Kärntner Universitäten oder Fachhochschulen und suchst eine PraktikantInnenstelle oder ein Projekt, das du für eine bestimmte Zeit begleitest?
  • Du hast gerade dein Studium abgeschlossen, bist mit neuen Ideen frisch aus einer Großstadt zurückgekehrt und möchtest deine Ideen hier in Kärnten praktisch umsetzen?
  • Du bist PensionistIn, hast ein Leben lang Wissen und Fertigkeiten erworben und möchtest es weiter geben?
  • Du wohnst gleich ums Eck und möchtest wissen, was bei dir im Stadtteil passiert?
  • Du hast Familie oder bist allein erziehend und möchtest Menschen in deiner Lebenssituation kennen lernen?

Was wir bieten?

  • Ein begeistert arbeitendes Team von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen.
  • Vielseitige zukunftsweisende Projekte in der Planungs- und Umsetzungsphase des entstehenden Begegnungszentrums und die Möglichkeit, ehrenamtlich Kompetenzen und Fähigkeiten für die Entwicklung eines Stadtteils einzubringen und auszubilden.
  • Die aktive Teilhabe an einem großen Netzwerk von Initiativen, Privatpersonen und Vereinen.
  • Die Möglichkeit, sich für unsere Gesellschaft einzusetzen.
  • Die Einbindung der Menschen vor Ort, Vielfalt, Chancengleichheit und sinnvolles Tun in deiner Freizeit.

Was passiert gerade?

  • Arbeitsgruppe Ausstellung, Arbeitsgruppe Modeschau
    Ausstellung über die Geschichte und Entwicklung des Stadtteils Waidmannsdorf und eine Modeschau der besonderen Art im Frühjahr und Frühsommer des Jahres 2019. Beide Projekte sind bereits in der Planungsphase, bei beiden Projekten gibt es spannende Aufgaben zu vergeben.
  • Fertigstellung eines Raumes
    Wir stellen den vorderen Teil des Gebäudes der Kegelbahn soweit fertig, dass er voraussichtlich bis in die kalte Jahreszeit hinein nutzbar ist. Dafür suchen wir Helfer vor Ort, die mit anpacken. Die Kooperation mit den Studenten der FH Kärnten Spittal geht weiter und verspricht bezüglich Designentwicklung tolle Lernmöglichkeiten im Umgang mit dem Upcycling alter Möbel und Textilien für neue Möbel für das Projekt.
  • Konzept und Umsetzung Puppentheater 
    Eine Praktikantin der Diakonie Feldkirchen beginnt im September, das geplante Puppen-Theater-Projekt von und mit und für Kinder mitzudenken, bei dem Erwachsene Begleitungsfunktion haben. Das Projekt wird von Gerald Hüther, der Akademie für Potentialentfaltung und der Österreichconnection unterstützt wird. 
  • Planung und Umsetzung eines monatlichen RepairCafés
    In einer geplanten Kooperation mit dem Kärntner Bildungswerk lernst du ab Oktober, unter Anleitung von Experten kleine Reparaturen selbst durchzuführen und Dinge so zu reparieren, dass du sie weiter verwendest. Das Radel mit dem Patschen, das schon seit letztem Sommer in deiner Garage lehnt. Die jahrelang nicht geölte Nähmaschine, die du lieber nicht verwendest, bevor der Motor verreibt. Die zerrissene Hose, die dir eigentlich noch gut passt. Oder der Toaster, der eine kleine Reparatur braucht, um seine Arbeit wieder aufzunehmen. Das sind Dinge, die du ins RepairCafé mitbringst und mit ExpertInnen gemeinsam reparierst. RepairCafés sind ein Beitrag zu Müllvermeidung. Wir haben ExpertInnen für Fahrräder, Rollstühle und Rollatoren. Wir suchen noch ExpertInnen für die Bereiche Textiles und Elektronik. Und für Dinge, an die wir derzeit noch gar nicht zu denken wagen, KaffeemaschinenexpertInnen beispielsweise 😀 
  • Planung und Umsetzung von Workshops, auch an Schulen
    Workshops von Menschen für Menschen sind ab Oktober vor Ort oder in unseren Vereinsräumen von Der.Raum oder bei VOBIS geplant, darüber informieren wir auf der entstehenden homepage bzw. im newsletter. Und wir kommen mit unserer Kompetenz von Upcycling und Recycling an Schulen und zeigen Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten, kostbare Rohstoffe vor dem Wegwerfen zu retten und hochwertig und künstlerisch damit zu arbeiten.
  • Beteiligung an der Wanderausstellung „Bilder gelebter Würde & Begegnungen im offenen Raum“ mit dem interkulturellen Foto.Raum

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