Drei Frauen und ein Schaf

Diese Woche war eine sehr besondere Woche. Nicht nur, dass im Studio zwei neue Wesen entstanden sind, die Prinzessin Orsola zur Grundlage haben.

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Ich bekomme ganz ein weites Herz und weiche Knie, wenn ich sie mir beim Tun anschaue, wie sie so werden, was sie an Haaren einfordern, an Kleidung. Magisch. Übrigens auch, dass Alexander den ersten hölzernen Kleiderständer angefertigt hat. Kleiderbügel folgen.

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Es kommt auch nicht alle Tage vor, dass ich zum Briefkasten gehe und Post aus Mexico heraus klaube. Echte, gute alte snailmail. Meine geliebte Lehrerin hat mir Miss Lollipop geschickt. Als Geschenk, von Puppenmacherin zu Puppenmacherin. Fürs shooting und überhaupt lässt die Wüstenprinzessin mit der bunten Mütze ausrichten, sie friert. Und schnappt sich den neuesten beigen Wintermantel mit der Goldspitze.

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Ich kann gar nicht in Worten ausdrücken, was das mit mir macht. Dankbarkeit, oh ja. Liebe. Oh ja, noch viel mehr. Und diese Riesenlust, einfach immer weiter zu tun. Ich bin glücklich, wenn ich in meinem Puppenstudio sitze, meine Finger langsam aber sicher wissen, was sie zu tun haben. Alle Laden und Kisten und Schachteln ihre Schätze anbieten, um zu einem respektablen und zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen. Wenn sich diese wundersame Beziehung aufbaut zwischen der Macherin und ihrem Geschöpf. Danke Fabs, für alles. Einfach alles.

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Als die Puppenmacherin in mir nach unserer heurigen Englandreise im Juli herumfragt, ob jemand diese in Österreich sehr seltenen Wensleydaleschafe und ihre wollenen Produkte hat, findet sie vor allem Viktoria und Martin Kroisleitner. Aus einem e-mail-Kontakt wird ein telefonischer. Meine Schafzüchterfreundin Hemma, die mir vor zwei Jahren die ersten Puppenmacherschritte zeigt und immer wieder mit mir arbeitet, schaltet sich ein. Meine zweite Puppen-Freundin Regina Maria geht mit. Und trotz mancher Unkenrufe – nun ja, warum auch nicht – sind wir drei Frauen, die ein Schaf halten.

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Gestern haben Hemma und ich Lara mit dem Anhänger am Alpakahof Kroisleitner in der wunderschönen Hügellandschaft des Peter Rossegger abgeholt. Und gleich die ganze Familie kennen gelernt. Samt Kindern, Meerschweinchen, Alpakas, dem kleinen Hofladen und den vielen Plänen. Alpakas schauen übrigens nicht nur zum Verlieben aus, mit ihren neugierigen großen Augen und den üppigen Stirnfransen. Sondern ihre Wolle kratzt auch nicht. Was wir erfühlen, als wir Viktoria’s gestrickte Schönheiten in der Hand halten.

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Wie sehr wir euch wünschen, dass eure Wünsche sich erfüllen! Ich bin sehr gespannt, ob dieses Nebengebäude zu dem englischen Cottage wird, das ich derzeit sehen kann. Wir bleiben ganz bestimmt in Kontakt!

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Ganz im Gegensatz zu unseren stillen Befürchtungen eines bockspringenden, wütenden oder verunsicherten Schafes verhält sich Lara auf ihrer ersten Reise so, wie sich Schafe verhalten: neue Situation, einverstanden. Als wir nach den ersten Kilometern unter die Plane des heukuschelig weich ausgepolsterten Anhängers schauen, blinzelt uns eine verschlafene Lara an. Wir haben das Gefühl, einen zotteligen Riesenhund mit heim zu nehmen.

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Lara wohnt ab sofort artgerecht bei Hemma am Berg, gemeinsam mit den anderen Brillenschafdamen. Mit Stall und Auslauf in die Wiesen und Wälder und zurück in den Stall, wenn es dann doch irgendwann mal kalt werden sollte. Wir denken schon über eine gemütlich warme Schafdusche mit Wollshampoo vorm Scheren nach. Ich bin relativ sicher, wir können auch das mit Hilfe von handwerklich geschickten Freunden umsetzen. Und ich kann endlich die in die Flüsse gebauten Holztröge zuordnen, die wir in England, Schottland und Wales auf jeder Schafwiese mit Fließwasser sehen konnten. Ja, aus dieser Schafsidee könnte mehr entstehen. Derzeit ist es einfach, was es ist. Welcome Lara!

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Am Berg, bei dichtem Bodennebel und im Licht unserer Handylampen hätte Madame es vorgezogen, am Anhänger zu übernachten. Stur wie ein Esel reagiert sie nicht sehr überzeugend auf gutes Zureden, dass ein feiner Stall auf sie wartet. Hemma, die lebenspraktische Schafzüchterin, schnappt sich die Scheibtruhe, hebt das dreißig Kilogramm schwere Tier hinein. Ich darf weiterhin die Hundeleine kurz halten und den Weg ausleuchten. Schaftypisch kuschelt sich Lara in das neue Gefährt und wir kutschieren sie in den Stall. Da will sie dann aus der Scheibtruhe nicht mehr heraus. Der Schwerkraft sei Dank geht es jetzt leichter. Lara versteckt sich ein Weilchen. Dann kostet sie das frische Heu und erkundet die Umgebung des neuen Stalles. In ein paar Tagen, sobald der Zaun geflickt ist, darf sie raus zu ihren neuen Freundinnen. Falls die nicht schon vorher im Stall bei ihr vorbei schauen. Wir werden berichten.

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