Vergangenen Freitag filzen wir mit den achtzehn Kindern der 2M der St. Veiter Volksschule. Wir, das sind die Klassenlehrerin Eva Maria, die Filzerin Elisabeth, die Praktikantin Hemma, Mama Viktoria und ich. Wir kennen uns nun schon ein wenig besser. Immerhin waren wir ein paar Tage vorher gemeinsam in der Vitusapotheke in der Herzogstadt und haben nachgefragt, wie ein trauriger oder verletzter Raben hier Hilfe bekommen könnte. 

Nun arbeiten wir wieder in der Schule. Vier Stationen plus eine Textstation draußen am Gang erleichtern das Aufteilen der Arbeit. Die Kinder sind mit Feuereifer dabei. Und wir Erwachsenen haben alle Hände voll zu tun, so viele Filzlöcher als möglich in den Rabenhandpuppen zu verhindern. Ganz aus sich heraus entstehen gefilzte Augen, eines der Mädchen entpuppt sich als wahre Augenrollexpertin und steckt die ganze Arbeitsgruppe mit ihrer Begeisterung an. Eine andere Gruppe filzt voller Hingabe Schnüre für den bunten Schopf der Raben. Elisabeth einzuladen war eine geniale Idee. Ihre Erfahrung im Zeigen und ihre Ruhe im Umgang mit den Kindern macht, dass am Ende zehn Handpuppenraben vor uns liegen. Sie verspricht, in zwei Wochen noch einmal zu kommen und uns zu zeigen, wie wir die Schnüre als Schopf und als Beine in den Rabenwesen verankern können. Und immer wieder sitzen Kindern draußen mit Papier und Bleistift und Buntstift und skizzieren, wie die Theatergeschichte diesen Freitag weiter gehen wird.

Massiv hilft uns beim Tun im Theater.Schreib.Raum das kleine handliche Büchlein “Die 50 besten Spiele für Theater und Improvisation” aus der Reihe “MiniSpielothek”.  Hier wurden sehr anregende und inspirierende Spiele für Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahren zusammen getragen. Wir haben neben tollen Aufwärmübungen und kleinen Inszenierungen auch die Idee der “Überraschenden Koffergeschichten” in upgecycelten selbstgenähten Einkaufstaschen genutzt. Die Kinder dieser Klasse lieben es, mit Gegenständen, die scheinbar überhaupt nicht zueinander passen, Geschichten zu entwickeln. Und sie dramaturgisch zu bearbeiten und aufzuführen. Unglaublich, was durch diesen Schritt vor ein Publikum noch einmal mit einer eingeübten Szene geschieht! Ein großes Tuch, von den Kindern in die Höhe gehalten und wieder auf den Boden gelegt, markiert den Anfang und das Ende der Szene. Auch das eine Anregung aus diesem Büchlein. Einzig das Spiel “Schimphonie und Streichelwörter” müssen wir das nächste Mal umbenennen. Manche Kinder sind ein bisschen zu begeistert von der Idee, Schimpfwörter aufzuschreiben und zu spielen. Kommenden Freitag werden wir neue Möglichkeiten aus dem Büchlein ausprobieren, Danke lieber Christoph Büttgen, dass Sie uns so rasch und unkompliziert geholfen haben!

Die 50 besten Spiele für Theater und Improvisation
von Angelika Albrecht-Schaffer
Don Bosco Medien GmbH, 2017
für Kinder von 6 bis 14 Jahren