Buch.Raum

Über die Berge und das Meer

Über die Berge und über das Meer
von Dirk Reinhardt
ab 13 Jahren
Verlag Gerstenberg, 2019
ISBN 978-3-8369-5676-5
318 Seiten

Ich hab viel dazu gelernt über Afghanistan. Wir haben die letzten Jahre so viele Fluchtgeschichten gehört, dass mir vieles Entsetzliche, Unvorstellbare in der Geschichte halb vertraut ist und ich nicht mehr wie erschlagen war. Neu sind für mich die Kuchi, ein Nomadenvolk in Afghanistan. Und die Tradition, dass das siebte Mädchen in einer Familie eine Weile  als Junge aufwachsen darf, um der Mutter die Schande zu ersparen, keinen Sohn zur Welt gebracht zu haben. Mit all den Vorteilen, in die Schule zu gehen, das Haus zu verlassen, zu spielen. Ganz anders als die Situation heranwachsender Mädchen. Soraya, die nach außen auch Samir ist, bekommt Probleme mit den Taliban. Mit 14 Jahren müsste sie schon längst als Mädchen leben und sich auf ihren Weg als Frau vorbereiten. Auch der Geschichtenerzähler und Spurensucher Tarek vom Volk der Kuchi, mit dem sie sich eng befreundet, gerät in das fundamentalistische Glaubensnetz der Taliban. Er soll ihnen seine Gabe des Spurenlesens zur Verfügung stellen, im Kampf gegen die Amerikaner und andere Feinde. Die Jugendlichen verlassen Afghanistan unabhängig voneinander. Und sie finden einander in Deutschland nach ihren abenteuerlichen Fluchtrouten wieder. Nach dem Lesen dieses Buches verstehe ich nach vier Jahren noch bisschen mehr, wie schwer es die Menschen in Afghanistan haben, dass Afghanistan kein sicheres Land ist, in das man geflüchtete Menschen zurück schicken kann. Durchaus schmerzlich zu lesen, aber augenöffnend. Sollte auch dringend für den Schulunterricht empfohlen werden, weil es eine gute Diskussionsgrundlage und Basis für weitere Forschungen sein wird. Wärmste Empfehlung!

 

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